Brodalumab ist ein monoklonaler Antikörper zur Behandlung moderater bis schwerer Plaque-Psoriasis, dessen Wirksamkeit in klinischen Studien gut belegt ist, für schwer behandelbare Körperregionen jedoch bislang nur begrenzte Real-World-Daten vorlagen. In einer explorativen Beobachtungsstudie wurden an sieben deutschen Zentren Psoriasis-Patienten mit Nagel- und Kopfhautbefall über mehr als 60 Wochen unter Routinebehandlung mit Brodalumab begleitet. Die primären Endpunkte, eine 75%ige Verbesserung des Kopfhaut- (PSSI75) bzw. Nagelbefalls (NAPSI75), wurden von über 90 % der auswertbaren Patienten erreicht. Zusätzlich verbesserten sich Hautbefall, Lebensqualität und Krankheitslast deutlich und anhaltend bis Woche 60. Brodalumab erwies sich als gut verträglich, führte zu hoher Patientenzufriedenheit und bestätigte seine langfristige Wirksamkeit bei schwer therapierbaren Körperregionen im Praxisalltag.
Ziel der Studie war es, die B-Zell- und T-Zell-Antworten immunsupprimierter Patienten auf eine COVID-19-Boosterimpfung zu untersuchen. Eingeschlossen wurden Patienten mit primärer Immundefizienz (PID), mit immunvermittelten entzündlichen Erkrankungen unter Rituximab-Therapie sowie unter csDMARD- oder bDMARD-Behandlung, die vor und bis 8 Wochen nach der Boosterimpfung untersucht wurden. Während sich bei PID- und csDMARD/bDMARD-Patienten die humoralen Immunantworten nach der Boosterimpfung deutlich verbesserten, blieben Antikörper- und Neutralisationstitel bei Rituximab-Patienten unverändert niedrig. Diese Rituximab-Patienten zeigten jedoch im Vergleich zu den anderen Gruppen signifikant stärkere T-Zell-Antworten nach der Boosterimpfung. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass bei B-Zell-Depletion eine kompensatorische T-Zell-Antwort erfolgt und dass eine PID die antivirale Immunantwort stärker beeinträchtigt als eine csDMARD/bDMARD-Therapie.
Psoriasis ist eine häufige chronisch-entzündliche Hauterkrankung, bei der bis zu 40 % der Betroffenen im Verlauf eine Psoriasisarthritis entwickeln. Der Übergang verläuft oft schleichend mit unspezifischen muskuloskelettalen Symptomen und frühen Veränderungen der Mikrovaskularisation. In der XCITING-Studie wurden Psoriasis-Patienten ohne klinisch aktive Psoriasisarthritis, aber mit auffälliger Fluoreszenz-optischer Bildgebung (FOI), mit klinischer Untersuchung und muskuloskelettalem Ultraschall verglichen. Von 391 eingeschlossenen Patienten galten 108 als Risikopopulation, wobei geschwollene Gelenke selten waren, aber Druckschmerzhaftigkeit, Ultraschallbefunde and FOI-Signale häufig in denselben Handregionen auftraten. Besonders die hohe Korrelation zwischen druckschmerzhaften Gelenken und FOI spricht dafür, dass FOI frühe entzündliche Veränderungen erfassen kann und sich als einfaches Instrument zur Früherkennung einer Psoriasisarthritis eignet.
Die Studie behandelt Merkmale von Organismen, die trotz unterschiedlicher Körpergröße konstant bleiben und als invariant bezeichnet werden. Aufbauend auf bestehenden Kriterien zur Identifikation solcher Invarianz wurden diese methodisch verbessert und auf Lebensgeschichtsmerkmale von Amphibien und Reptilien angewendet. Dabei zeigte sich, dass Anzahl und Art der invarianten Merkmale zwischen Amphibienordnungen sowie zwischen Amphibien und Reptilien deutlich variieren. Bei Amphibien erwiesen sich unter anderem Reproduktionshäufigkeit und Metamorphosegröße als invariant, während bei Reptilien lediglich die Anzahl der Gelege pro Jahr invariant war. Diese Unterschiede werden auf unterschiedliche entwicklungsbiologische und ökologische Einschränkungen zurückgeführt, wobei die Studie zugleich Stärken und Grenzen der angewandten Invarianz-Kriterien aufzeigt.
In dieser wissenschaftlichen Untersuchung analysieren die Autoren Hallmann und Griebeler die allometrischen Beziehungen zwischen der Körpermasse und verschiedenen Lebenslaufmerkmalen bei Reptilien. Mittels phylogenetisch korrigierter Analysen untersuchten sie Datensätze von Krokodilen, Schuppenkriechtieren und Schildkröten, um universelle Skalierungsmuster zu identifizieren. Die Ergebnisse zeigen, dass sich Reptilien in ihren Fortpflanzungsstrategien deutlich von Säugetieren und Vögeln unterscheiden, während zeitbezogene Merkmale wie die Lebenserwartung ähnlichere Muster aufweisen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Brückenechse (Tuatara), deren außergewöhnliche Biologie eher Gemeinsamkeiten mit Schildkröten und Krokodilen als mit anderen Schuppenkriechtieren aufweist. Insgesamt stellt die Studie fest, dass das bei Säugetieren etablierte „Fast-Slow“-Kontinuum nicht eins zu eins auf die vielfältigen Lebensstrategien der Reptilien übertragbar ist. Diese neuen Referenzmodelle dienen zudem als wichtige Grundlage, um biologische Eigenschaften ausgestorbener Arten präziser zu rekonstruieren.
In dieser Studie untersuchen Hallmann und Griebeler den Zusammenhang zwischen Eierschalentypen und Lebenszyklusstrategien bei Schuppenkriechtieren. Die Forscher kategorisieren die Arten in drei Gruppen: solche mit pergamentartigen Schalen, stark verkalkten Schalen oder schalenlosen Eiern bei lebendgebärenden Spezies. Die statistischen Analysen zeigen ein deutsches phylogenetisches Signal, was bedeutet, dass die Beschaffenheit der Eierschale eng mit der evolutionären Verwandtschaft verknüpft ist. Während bestimmte Merkmale wie Wurfgröße und Geschlechtsreife ebenfalls evolutionär geprägt sind, korrelieren die Schalentypen vor allem mit dem Körpergewicht der Adulttiere. Die Autoren schlussfolgern, dass die Vielfalt der Eistrukturen innerhalb der Squamata primär unterschiedliche Körpergrößen widerspiegelt. Somit fungiert der Eierschalentyp als Indikator für die allgemeine Fortpflanzungsstrategie einer Art im Kontext ihrer physischen Dimensionen.
Die Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Pflanzenmerkmalen (insbesondere Lebensformen und Blattanatomie) und Umweltfaktoren, um Verbreitungsmuster von Pflanzenarten zu erklären und mögliche Auswirkungen von Klimawandel und Landnutzungsänderungen abzuschätzen. Anhand von Verbreitungsdaten aus sechs deutschen Bundesländern und umfangreichen Umweltvariablen wurden statistische Modelle erstellt, die zeigten, dass sich Lebensformtypen räumlich klar unterscheiden, während Blattanatomietypen nur schwach erklärbar waren. Die Regressionsmodelle erklärten einen großen Teil der Verbreitungsvariabilität der Lebensformen, wobei räumliche Autokorrelation und insbesondere Landnutzungsvariablen eine zentrale Rolle spielten. Klimatische Faktoren hatten dagegen meist nur einen geringen Einfluss und waren nur für wenige Lebensformtypen wie Therophyten und Hydrophyten relevant. Insgesamt kommt die Studie zu dem Schluss, dass Veränderungen der Landnutzung stärkere Auswirkungen auf die zukünftigen Verbreitungsmuster von Pflanzen haben dürften als der Klimawandel allein, was Konsequenzen für Naturschutzstrategien hat.